Stippvisite: Kaschk, Berlin

von Jan-Peter Wulf

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Craft Coffee und Craft Bier – eine schöne Kombination, die Kristian Moldskred von der „Oslo Coffee Bar“ in seinem dritten Laden anbietet. Dazu ein Spiel-Highlight im Keller.  

Die unsägliche Bar Le Chat Gris ist zum Glück Geschichte, eine etwas diffuse Zwischennutzung der Location (ein gastronomisches Irgendwas, an dem ich täglich auf dem Weg zum ehemaligen Büro vorbeiradelte, es aber nie verstanden habe) ist beendet, jetzt sieht es hier im Kaschk an der Ecke Rosa-Luxemburg-Platz/Torstraße aus, als würde Neukölln den Stadtteil Mitte überwuchern: Wo zuvor dunkle, glatte Flächen den Raum im modernistischen L40-Gebäude verdunkelten, übersprießt und überlagert diese jetzt der Vintagelook mit viel altem Holz und den typischen abgenutzten Accessoires. Kabel hängen aus der Wand, in einer Ecke im Untergeschoss sieht es aus wie in einem Trödelladen: Bücher, Lampenschirme, alte Bilder. Der angrenzende, recht edle Sanitärbereich wurde komplett belassen wie er war. Warum auch nicht, war ja alles brandneu, als die graue Katze begann, ihre Krallen Richtung Gast auszufahren. Es ist dennoch lustig, weil man wirklich das Gefühl hat, in einem anderen Laden aufs stille Örtchen zu gehen – vom Hipster-Café zum Pipimachen in die Mitteschickibude. Im Keller des Kaschk stehen übrigens auch zwei Prachtexemplare (Turnierniveau) des vor allem in Nordamerika beliebten Kneipenspiels Shuffleboard, sie füllen mit ihrer Länge den ganzen Raum aus. Es soll das erste Shuffleboard Deutschlands sein, liest man

kaschk2 - gastronomie Stippvisite: Kaschk, Berlin

Während ich meinen erwartungsgemäß fantastischen Kaffee trinke (Moldskred betreibt schließlich zwei der besten Kaffeebars der Stadt) schraubt ein dünner, langer Mitarbeiter mit dickem, langem Bart eine nicht mehr funktionierende, natürlich nackt von der Decke hängende Glühbirne aus und eine neue ein. Die funktioniert auch nicht. Der Mann zuckt mit den Schultern, lächelt und geht wieder hinter den Tresen. Dort ist schließlich genug zu tun, neue Gäste wollen Kaffee, jemand anderes kauft Tee zum Mitnehmen (es gibt ein kleines Verkaufsregal neben dem Eingang) und schon am Nachmittag richten zwei Kunden ihre Zeigefinger gen Kreidetafel im Hintergrund. Darauf stehen die Namen von zwölf Sorten Craft Bier, die es im Kaschk gibt. Vom Fass. Biere von Ægir aus dem norwegischen Flåm, von To Øl aus Dänemark, von Liefmans aus Belgien und von Heidenpeters aus Berlin gibt es zurzeit, das Angebot an den Hähnen rotiert. Damit ist Berlin um eine weitere Craft-Bier-Location (weitere hier) reicher und ich nehme mir vor, öfter mal wieder in diesen Teil der Stadt zu radeln. 

Kaschk
Linienstraße 40
10119 Berlin 
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