Entspanntes Gespräch im eigenen Café: Zeitung und Versicherung werden Gastgeber

Dass es sich im „Third Place“ namens Café gemütlicher plaudern lässt, als an den meisten anderen Orten, ist bekannt. Ein Versicherungsbüro kann da nicht mithalten. Und schon gar nicht eine Zeitungsredaktion. Hinzu kommen in beiden Fällen Zugangsbarrieren diverser Art.

Warum wir das alles benennen? Nun, weil sich eine Versicherung in Chicago/USA und eine Zeitung in Winnipeg/Kanada genau darüber Gedanken gemacht haben. Und nun eigene gastronomische Räume nutzen, um mit ihren Kunden bzw. Lesern besser ins Gespräch zu kommen: Im schicken Next Door in Chicago gibt es nicht nur Kaffee und Co. im ganztägig geöffneten Café, es finden regelmäßig Kurse und Workshops zu allen möglichen Themen statt — Versicherungs-Infoabende, Kurse zur persönlichen Finanzplanung, aber auch Tai Chi oder Open Mic-Sessions. Gastgeber dieses neuen, kreativen Angebots für die Community ist die von ihrem Namen eher spröde klingende „State Farm Mutual Automobile Insurance Company“. Wir sind beeindruckt.

In Winnipeg wiederum arbeiten die Redakteure der örtlichen Zeitung im Rotationsverfahren im Winnipeg Free News Café — interessierte Bürger können auf sie zukommen, Fragen stellen oder einfach nur ihren Kaffee trinken. Auch hier finden Events statt. Laut Zeitungsinfo hat der neue Raum den Dialog zwischen dem Medium und seinen Lesern schon merklich fördern können.

Neue, halböffentliche, gastronomische Räume zur Begegnung? Branded spaces mit tatsächlichem Mehrwert? In jedem Falle spannend, uns ist spontan kein vergleichbares Beispiel aus Deutschland bekannt. Das Berliner Base Camp, ein Hybrid aus Verkaufsraum und Café von Eplus, das Unter den Linden angesiedelt war, zieht laut Webseiten-Info um — Destination allerdings derzeit unbekannt. Wir waren mal zu Besuch — eine Durchmischung aus Kaffeetrinkern und Tarif-Interessierten fand jedenfalls nicht statt. Falls Ihnen erfolgreichere Umsetzungen bekannt sind — gerne melden!

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2 Kommentare auf “Entspanntes Gespräch im eigenen Café: Zeitung und Versicherung werden Gastgeber

  1. So lange am Ende für den Nutzer-Gast etwas Gutes dabei raus kommt, ist das schon in Ordnung, oder? Gleiches gilt für SEO-Anbieter, die gern mal extern einen Link platzieren. So lange sie einen kompetenten Beitrag liefern, ist das für *nomy auch in Ordnung.

  2. Eigentlich eine gute Idee…aber ich möchte mal sehen, wie die Versicherungen regieren, wenn Gastronomen auf einmal Absicherungen anbieten oder eine Zeitung rausbringen. Hat einen faden Beigeschmack finde ich, weil sich dieses Café sicherlich nicht in erster Linie wirtschaftlich tragen muss, der kleine Coffee Shop um die Ecke, zu dem die Versicherungsleute bislang morgens gepilgert sind aber u.U. schon.

Kommentar

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