Probiert: Revolte Rum

von Redaktion
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Revolte Rum, dahinter das Tempelhofer Feld. Hier wurde auch revoltiert, gegen den Berliner Senat. Hey!

Was haben das exotische Papua-Neuguinea und das rheinhessische Westhofen miteinander zu tun? Sie beide tragen ihren Teil zu einem Rum bei, der geschmacklich zu überraschen weiß. Und die Revolte wagt. 

Schauen wir uns erstmal die Flasche an: Schön ist sie, mutet edel an, aber nicht protzig. Tolle Farbe. Das Etikett ist weiß, „Revolte“ steht drauf, darunter ein Logo, das entfernt ans Anarchie-Logo erinnert. Warum das? „Rebellisch und charakterstark“ sei dieser Rum, zeige keine Scheu „sich gegen die Angst, anders zu sein aufzulehnen“. Persönlich finde ich, das so eine Aussage weniger über Namen und Logo kommuniziert werden muss als vielmehr das Produkt selbst. Ja sogar, dass das reicht. Revolte als Name? Geschmackssache.

Ich erwarte was Bissiges, bei dem Namen. Der Geruch, den dieser Rum verströmt, lässt eher auf einen Aufstand der Blumen schließen: fruchtig-florale, süßliche, feine Aromen erreichen die Nase. Sehr angenehm. Spontan denke ich an den persönlich sehr geschätzten Bio-Cachaca „Abelha“ aus Brasilien. Geschmacklich tut sich mit Revolte noch mal eine ganz andere Welt auf: Die Süße der Nase trifft hier auf markante Würzigkeit mit leichter Zitrusnote – ohne Bissigkeit jedoch – und zugleich einen überraschend trockenen Nachklang. Blind verkostet, würde man dahinter nicht zwangsläufig einen Rum vermuten, ein klassischer weißer Rum ist es aus meiner Sicht nicht, vielmehr ein sehr eigenständiges Produkt – was mich wiederum an den „Birds Weissbrand“ erinnert, der sich ebenso quer zu klassischen Kategorien von Gin und Weinbrand stellt wie sich dieser Rum einer Einordnung unterwirft. I like category killers. Revolte: Dann passt es ja doch.

Revolte Rum reift sechs Monate im Steingut

Produzent von „Revolte Rum“ ist der junge Felix Kaltenthaler vom Bio-Weingut Kaltenthaler in Worms. Der Sohn der Winzerfamilie begann vor gut einem Jahr in der Destille seines Onkels Hermann Kaltenthaler zu arbeiten und ließ sich parallel zum Destillateur und Edelbrand-Sommelier ausbilden. Auf Basis von Melasse aus unbehandeltem Zuckerrohr, das in Papua-Neuguinea wächst, produziert er im rheinhessischen Westhofen seinen Rum. „Er wird mittels eines eigens kultivierten Hefestamms fermentiert, auf einer Rektifikationsanlage destilliert und reift abschließend sechs Monate im Steingut“, erklärt Kaltenthaler. Seit August ist sein Rum „draußen“ und bereits „drinnen“ in namhaften Bars wie dem „Le Lion“ Hamburg, dem Frankfurter „Gekkos“ und den Kölner Institutionen „Shepheard“ und „Spirits“.

Derzeit kümmert sich Kaltenthaler noch selbst um den Vertrieb seines Rums und will bald in allen „Bar-Städten“ des Landes vertreten sein. Die Qualität, die Besonderheit und der Preis (rund 22 Euro für einen halben Liter) seines Produkts sollten ihm dabei gute Dienste leisten können – aus meiner Sicht ist „Revolte Rum“ eine überzeugende Sipping-Spirituose.

Wer lieber gemixt revoltiert bzw. seinen Gästen es in dieser Form lieber darreichen möchte, hier zwei Drink-Ideen:
„El Porto“ von Paul Sieferle, „Sieferle & Sailer“ Mannheim
5 cl Revolte Rum
2 cl roter Portwein
1 Barlöffel Kamille-Sirup
2 Dashes OK Bitters
 
„Mister Williams“ von Michael Meier, „Die Verborgene Bar“ Worms
4 cl Revolte Rum
1 cl Williams Christ Birnenbrand
3 cl frischer Zitronensaft
1,5 cl Zuckersirup
2 Dashes Chocolate Bitters
Mehr Infos:
www.revolterum.com

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