Der Wettbewerb für junge Service-Mitarbeiter: Preis für große Gastlichkeit 2016

von Redaktion
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Die Teilnehmer beim siebten „Preis für große Gastlichkeit“, der Sieger Urs Gnotke trägt Sneakers. Foto: Christian Kielmann

Wettbewerbe für Köche gibt es viele. Im Bereich Service, dem Dienst am Gast, sieht es da eher mau aus. Dabei ist es ein so wichtiger Teil der Gastronomie, entsteht hier doch der direkte Kontakt zum Kunden. Es liegt in den Händen, in der Haltung, im Charme und in der Sicherheit des Service-Mitarbeiters, ob ein Abend ein schönes Erlebnis für den Gast wird, ein durchschnittliches oder gar ein unerfreuliches.

„Abwechslungsreicher und erfüllender Beruf“

Am 10. Oktober fand im „Hotel Palace“ am Zoo schon zum siebten Mal der „Preis für große Gastlichkeit“ statt – ausgerichtet wird er von der Vereinigung „L’Art de Vivre Gourmet-Residenzen“, einem Zusammenschluss von Top-Restaurants aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz. 2010 wurde der Wettbewerb ins Leben gerufen, um diesen etwas aus dem Fokus geratenen Beruf ins Highlight zurück zu holen und zu zeigen, dass es ein sehr vielseitiger und facettenreicher Beruf ist, für den es insbesondere im gehobenen Segment eine Menge an Wissen, Fingerfertigkeit, Empathie und Souveränität braucht. „Viele junge Menschen, die nach beruflicher Orientierung suchen, wissen nicht, wie abwechslungsreich und erfüllend der Service-Beruf sein kann”, so Klaus Sieker, Präsident der Vereinigung L’Art de Vivre mit Sitz in Krefeld.

Man beobachte, dass viele junge Menschen – ob in der Küche oder im Service – heute nicht mehr in die Spitzengastronomie streben, erklärt mir Vize-Präsident Joachim Niermann beim Tischgespräch. Für die Vereinigung, bei der es mindestens einen Michelin-Stern und 17 Gault-Millau-Punkte braucht, um dabei sein zu können, wird dieser Trend, das ist meine Einschätzung, sicherlich eine Zukunftsherausforderung, schließlich ist es eine für die ganze Branche. Arbeitgeber und Konzepte, denke ich, werden sich langfristig anpassen müssen. Auch Service-Mitarbeiter brauchen eine Perspektive. Ein Event wie dieses kann dabei nur eine kleine Unterstützung, ein Anstoß sein – immerhin!

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Verantwortungsvolle Aufgabe: Jeder Teilnehmer hat eine große Tischgruppe zu betreuen

Ein Tag voller Aufgaben für zehn Wettbewerbsteilnehmer

Zehn junge Service-Mitarbeiter unter 35 Jahren, die es ins Finale des diesjährigen Wettbewerbs geschafft haben (65 hatten sich beworben), stellten sich an diesem Tag den zahlreichen Aufgaben – tagsüber mussten sie bereits Eindeck-Fehler an Tischen identifizieren, Tees und Sherrys im Blind Tasting erkennen und einiges mehr – und sechs von ihnen durften dann ihr Können im Rahmen eines festlichen Dreigang-Dinners für immerhin 30 Personen unter Beweis stellen. Menüfolge, Getränkebegleitung, Aufgaben wie das Tranchieren des Fleisches oder Flambieren der Feigen zum Dessert – alles spontane, vorher nicht bekannte to-dos. Zittrige Hände und leichte Nervosität gehören da einfach mit dazu, das kenne ich von den erfahrensten Bartendern, wenn sie im Rahmen eines Wettbewerbs vor der Jury mixen müssen.

Persönlich gefiel mir neben der Souveränität die natürliche, nette Art aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die uns am Platz bedienten und versorgten, sehr gut – und auch das Teamwork, was zu den Bewertungskriterien zählte. Kein Gegen-, sondern ein Miteinander (auch hinter den Kulissen, da habe ich schon anderes erlebt). Man merkte, dass alle Wettstreitenden nicht nur die beste Leistung erbringen wollten (da taten sich freilich, auf hohem Niveau indes, Unterschiede auf), sondern wirklich Spaß an der Dienstleistung am Gast haben. Ich muss sagen, davor habe ich größten Respekt und ich hoffe, dass die Rahmenbedingungen sich alsbald bessern, damit es wieder deutlich mehr junge Menschen in diesen Beruf zieht. Ein Event wie dieses kann da nur ein Schlaglicht sein.

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Tranchieren, Dekantieren, Flambieren, Servieren: Klassik will gelernt sein

Im Rampenlicht ganz am Ende des Abends stand ein junger Mann aus dem „Breidenbacher Hof“ in Düsseldorf: Urs Gnotke landete mit seiner souveränen Serviceleistung ganz oben auf dem Treppchen (an den Füßen, ganz lässig, weiße Sneakers), gefolgt von Tanja Fried aus dem „Seehotel Niedernberg“ und Janina Kraft vom „Schlosshotel Velden“ in Österreich.

Sie erhalten Geldprämien in Höhe von 2.000 Euro (1. Platz), 1.000 Euro (2. Platz) und 500 Euro (3.Platz) und reisen zur „Maison Ruinart“ in die Champagne sowie zur Gala des S.Pellegrino „Young Chef Award Deutschland“ im Mai 2017. Auch die Teilnehmer ohne Platzierung konnten sich freuen: Jurymitglied Alexander A. Kohnen vom „International Wine Institute“ lud sie zu einem Weinerlebnis an die Ahr ein. Schöne Sache.

Gratulation an die Gewinner und ganz ausdrücklich an alle, die teilgenommen haben!

Der „Preis für große Gastlichkeit“ wird auch 2017 wieder stattfinden.
Mehr Informationen auf der Webseite.

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