5 Gastronomie-Konzepte, die fehlen

 ragmen in paris

1. Gastropubs & Eetcafés
Ob in Mexiko, in Griechenland, in Korea oder anderswo auf der Welt: Besucht man dort eine Kneipe, gibt es fast immer auch etwas zu essen dort. Selbst, wenn man nichts zu essen bestellt, steht meist bald ein kleiner Happen neben dem Glas. Trinken ohne Essen? Undenkbar. Kneipen mit Foodangebot haben bei uns jedoch Seltenheitswert. Freilich, in Bayern gibt es Wirtshäuser, in denen man gut essen kann. Und es gibt Kneipen-Restaurants, in denen es okay ist, wenn man „nur etwas trinken“ will. Ob es okay ist, muss man aber oft erfragen. Was es aber viel zu wenig gibt, sind Konzepte, wie man sie aus Großbritannien oder den Niederlanden kennt: Gastropubs, Eetcafés, in denen man beides kann, aber nicht beides muss. 

2. Pur-Spirituosen-Konzepte 
Früher gab es sie an vielen Orten: Destillen, Gaststätten mit Branntweinausschank, oft aus eigener Herstellung. Locations wie die Munich Destillers schließen an diese Tradition an. Hoffentlich findet das viele Nachahmer. Mehr Orte, an denen die steigende Vielfalt an lokalen und regionalen Spirituosen, aber auch Spannendes und Unbekanntes aus aller Welt probiert werden könnte, wären super. Zumal solche Erzeugnisse wegen ihres oft hohen Preises und ihrer nicht ständigen Verfügbarkeit, aber auch schon wegen ihrer geschmacklichen Besonderheit vor allem Pur-Produkte sind. Orte mit guten gemischten Getränken gibt es ja schon fast mehr als genug. Übrigens wäre es dann wünschenswert, wenn es auch etwas zu essen dazu gibt (s. Punkt eins). Dann kann auch mehr Flüssiges probiert werden.

3. Hotel-Lobbys für Nicht-Übernachtungsgäste
Hotel-Lobbys haben ein ganz eigenes, spannendes Flair. Es sind Orte des Wartens, des Durchgangs, des Verweilens und des Beobachtens. Und gleichzeitig fühlt man sich immer leicht deplatziert, nur temporär geduldet. Wenn man z.B. zum Gesprächstermin dorthin kommt, weil jemand ein Zimmer oben drüber bewohnt, dann hat man Zutrittsrecht (so fühlt man), aber einfach so mit Bekannten hingehen, um die Atmosphäre zu genießen? Undenkbar. Warum eigentlich öffnen sich nicht mehr Hotels den Nicht-Übernachtungsgästen und sprechen sie mit ihrem Angebot, ihrem Programm und überhaupt, ihrem gesamten Lobby-Konzept an, so, wie es einige Hotels schon mit ihren Bars tun? Eine schöne Ausnahme stellt der öffentliche Bereich des Michelberger Hotels in Berlin dar, in dem man auch ohne Zimmerschlüssel wunderbar abhängen kann. 

4. Ein Restaurant mit der Küche Südoldenburgs in Berlin
Sollte jemand eines kennen, bin ich dankbar für den Tipp.

5. Mehr Gastronomien für alle
Oft höre ich von Gastro-Profis, dass eine Gastronomie seine Zielgruppe klar definieren sollte und ein bestimmtes Publikum ansprechen sollte. Meinetwegen. Sollen sich Modemessenbesucher in hochnäsigen Hipsterbars selbst feiern und Oberkasseler TT-Fahrer in überteuerten Trattorias Pfeffer mit meterlangen Streuern über ihre überteuerte al Arrabiata streuen lassen. Aber selbst in Locations, die mehr auf meinen Geschmack zugeschnitten sind, langweile ich mich oft – eben wegen der Zuschneidung. Mehr Aufenthaltsqualität, ach was, mehr Lebensqualität bieten aus meiner Sicht Gastronomien, in denen sich die Menschen mischen und nicht nur unter ihresgleichen sind. Orte, die Alt und Jung, Singles und Familien, große Gruppen und stumme Barflys zusammenbringen und in denen alle zusammen Gäste sind, an denen man vielleicht miteinander ins Gespräch kommt oder es vielleicht einfach für sich genießt, dass es schön bunt ist, Gastronomien als soziale Orte.

Was fehlt sonst noch? Was fehlt gar nicht und kenne ich einfach nur nicht? Sagen Sie es mir. 

Foto: Ragmen in Paris via Shutterstock

 

 

 

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *