Mit Facebook Places erreicht die Gastronomie den digitalen Massenmarkt

von Jan-Peter Wulf

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Mit Facebook Places wechselt das Thema Location Based Services von der Pionier- in die Massenphase: Die geosoziale Funktion des Web-Giganten zeigt an, wo sich die Freunde gerade aufhalten. Damit erreichen Gastronomen zukünftig viele Fans und Gäste.

Foursquare und Gowalla sowie der deutsche Dienst Friendticker haben die Pionierarbeit geleistet in Sachen Location Based Services (mehr dazu hier). Jetzt kommt Facebook mit einer eigenen Lösung, schlicht Places genannt. Wer sich mit dem Smartphone (aktuell nur per iPhone und nur in den USA, aber das wird sich schnell ändern) in eine Location eincheckt, lässt seine Freunde damit wissen, wo er sich gerade aufhält. Das Spannende für den Gastronomen: „Jeder Ort besitzt eine eigene Profilseite. Einzelhändler, Gastronomen und andere physische Einrichtungen können eine von Nutzern angelegte Places-Profilseite beanspruchen. Nach einer Verifizierung erhalten sie die Möglichkeit, ihre bestehende Facebook Page mit der Places-Profilseite zu vereinen“, schreibt netzwertig. Zusätzlich integriert Places bestehende Location Based-Services wie die oben genannten, ebenso den kürzlich in Deutschland gestarteten Qype-Mitbewerber Yelp. Checkins dort sind somit auch in Places zu sehen. Weitere dürften hinzukommen, sodass hier eine Meta-Lösung entsteht, die unterschiedliche LBS-Kanäle vereint.
Die „Killer-Applikation“ unter den Location Based Services dürfte Places allerdings vor allem werden, weil die Zielgruppe schon da ist: 500 Millionen User hat Facebook weltweit, in Deutschland wurde jüngst die 10-Millionen-Grenze geknackt. Viele User sind bereits Fans gastronomischer Betriebe auf Facebook bzw. haben den „gefällt mir“-Button gedrückt und wissen so immer über aktuelle News, Promotions und persönliche Dinge der Betreiber Bescheid.

Wenn Places in Deutschland startet, wird diese Verbindung um eine ortsbezogene Komponente erweitert: Wer gerade in der Nähe ist und sich eincheckt, sieht den Aufruf des Betreibers, zum Probieren eines neuen Gerichts oder Getränks vorbeizuschauen. Er vermittelt kurzerhand einen Job an andere Facebook-Freunde (z.B. weil die Servicekraft krank geworden ist oder der Betreiber per Facebook-Aufruf einen DJ für den nächsten Abend sucht). Und nicht zuletzt hat er einfach mehr Anreize, einen bestimmten Betrieb aufzusuchen – denn die Freundin einer Freundin, die schon online für interessant befunden wurde, ist laut Facebook Places gerade da und man eben auch „zufällig gerade in der Gegend“. Oder ein Bekannter, mit dem man sich in der entsprechenden Situation nicht verabredet hätte, diesem nun aber spontan hallo sagen kann. Die Optionen sind mannigfaltig: Die Gastronomie mit ihrem Status als „third place“, als drittem Ort zwischen Wohnung und Arbeitsplatz, wird in hohem Maße von Places profitieren, weil über den indirekten Weg Personen dort zusammenfinden. Der amerikanische Internet-Guru Clay Shirky sagt: „Communications tools don’t get socially interesting until they get technologically boring.“ Mit zunehmendem mobilem Internet-Zugang und schon jetzt 10 Millionen Facebook-Profilen ist die technologisch langweilige Phase von Location Based Services bald erreicht. Es beginnt die sozial spannende – und wir sind gespannt, welche ortsbezogenen Marketing- und CRM-Ideen sich innovative Gastronomien vor dem Hintergrund dieses Potentials ausdenken werden.

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