Food-Kommunikation: Tipps von Silke Neumann beim FEC Tuesday #8

von Redaktion
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Mary Scherpe, Stil in Berlin, und Silke Neumann, Bureau N

Der FEC Tuesday #8 am 2. August drehte sich um das Thema Food-Kommunikation: Was muss ich als Restaurant-, Food- oder Beverage-Gründer tun, um Multiplikatoren und meine Zielgruppe zu erreichen? 

Über das Thema Food-Kommunikation sprach Mary Scherpe, Bloggerin und Macherin von „Stil in Berlin“, mit Silke Neumann, die mit ihrer Agentur „Bureau N“ neben zahlreichen Kunden aus dem Kunstbereich auch diverse Gastronomien betreut, u.a. den „Grill Royal“ aus Berlin sowie das „Stanley Diamond“ in Frankfurt. Eine grobe Zusammenfassung.

Wie kann eine Agentur mir als Gründer helfen?

Silke Neumann berichtete, dass ihr Team im „Bureau N“ versuche, zunächst einmal die Stärken und Schwächen des Kunden zu analysieren, um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Grundsätzlich, so betonte sie, sei enge Zusammenarbeit und Transparenz sehr wichtig: Nur wenn die Agentur weiß, wo es z.B. interne Probleme beim Kunden gibt oder Kunden-Reklamationen auftauchen, kann sie auch unterstützen. „Wir sind Ansprechpartner für alle Fragen“, so Neumann. Die Agentur sei „verlängerter Arm“ des Kunden und sollte so kommunizieren, wie es der Kunde selbst tun würde. Passende Texte und schöne Bilder zählen natürlich zum Handwerkszeug, das eine Agentur mitbringt. „Gerade am Anfang muss man sich um so viele Dinge kümmern, da kann es schon sehr helfen, wenn man mit einer Agentur zusammengeht“, findet sie.

Wann fange ich mit der Food-Kommunikation an?

Die Agenturchefin rät dazu, mindestens vier Monate vor der Eröffnung (bzw. dem Produktlaunch) die Kooperation zu beginnen, damit man ein möglichst vollständiges Corporate Design für den Start hat – vom Interieur und die generelle Anmutung bis zur Webseite (diese digitale „Heimat“ braucht man, und wenn es nur eine Seite mit einer Adresse ist. Es werde als Referenz ungern auf eine Facebook-Seite verwiesen, so Neumann) und den Schriftarten, die in allen Kommunikationsmitteln verwendet werden sollen. Dass das Konzept neu (im Sinne von bislang einzigartig) ist, sei indes kein Ausschlusskriterium: „Uns interessiert, was an Qualität dahinter steckt, der Ort, die Inhalten und die Menschen, die es betreiben. Das muss stimmen. Und die passende Geschichte dahinter“, so Neumann.

Wie spreche ich Medien an / was erwarten Journalisten?

Anschreiben, nicht anrufen, und vorab prüfen, was der Ansprechpartner benötigt, rät Silke Neumann: „Journalisten hassen nichts mehr als Dinge, die nicht passend für sie sind. Ein Onlineschreiber braucht keine dreiseitige Pressemeldung, derjenige, der einen Hintergrundbericht macht, aber vielleicht schon. Es helfe, sich vorab Formate anzugucken: Wie arbeitet das Medium? Wie sehen die Bilder dort aus? Brauchen sie Bilder mit Personen drauf, nur den Raum, nur das Essen/Produkt? „Man muss sich mit den Medien beschäftigen, in die man rein will – da gibt es ein Interviewformat, eine Reportage?“, und dann lädt man einfach mal den Schreiber ein, den man gut findet.

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Food-Kommunikation: Darüber wurde im Halleschen Haus gesprochen.

Was kostet das alles?

Für den Start solle man einen Block von bis zu 4.000 Euro (für ein Restaurant) einplanen, so Silke Neumann, und ein Package für drei bis vier Monate schnüren. Für die langfristige Zusammenarbeit empfiehlt sie ein monatliches Budget von ca. 1.500 bis 2.000 Euro, es sei aber stark davon abhängig, wie viele Themen man zu erzählen habe, ob man einen Blog mache, einen Newsletter versende und welche Dinge man davon an die Agentur rausgibt. Im Leistungskatalog einer Agentur immer enthalten sei auch das Netzwerk und das Know-how, das diese mitbringt.

Was, wenn ich mir am Anfang keine Agentur leisten kann oder die Kommunikation selbst übernehmen will?

Hier helfe es, findet Silke Neumann, sich eine Auflistung zu machen, was man alles braucht: Text, Bilder, Webseite und so weiter. Gibt es Kontakte im Bekanntenkreis, die diese Dinge übernehmen können? Oder kann man es selbst? Gibt es im zukünftigen Team Mitarbeiter, die sich um Kommunikation und Networking kümmern können? Die kompetent genug sind und das vor allem gerne tun würden? „Kommunikation ist viel Arbeit, es ist ein Job, den man nicht eben nach Dienstschluss noch macht“, so Neumann. Eine Vollzeit-Stelle müsse man nicht unbedingt dafür einplanen, wohl aber einen fixen Zeitrahmen setzen.

Was sollte man zur Eröffnung / zum Start tun?

Silke Neumann rät für die Gastronomie, es „eher ruhig angehen zu lassen“ und zum Opening eher einen kleinen Kreis von Leuten einzuladen, die dem Betreiber des Restaurants wichtig sind. „Ich kein Restaurant, in dem die ersten Wochen toll waren. Küche, Service – es dauert, bis es passt“, erklärt sie. Auch Restaurantkritiker kommen erst später, weil sie wissen, dass es am Anfang schwierig ist. Für Hersteller von Food- und Beverage-Produkten empfiehlt sie den Versand von Packages/Samplings an Journalisten, Redaktionen und Meinungsführer (z.B. Blogger), man könne auch über ein Launch-Event oder ein Dinner nachdenken, bei dem das Produkt verkostet wird. Wichtig sei hierbei, dass der Vertrieb steht: „Wenn der nicht funktioniert, dann funktioniert auch die Kommunikation nicht.“

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